14 Artists /// 14 Portraits

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/// Ingo Bracke


Ingo Bracke – Licht:Kreuzungen

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— Installationsparcours für die Ausstellung unterirdisch:LICHT!
2026, historischer Felsenkeller unter dem Turnerheim, Kaiserslautern
Maße variabel
Foto: Thomas Brenner

Licht:Kreuzungen ist ein mehrteiliger Installationsparcours. Licht, Klang, Objekte und Projektionen verbinden sich zu einer begehbaren Raumkomposition, die Geschichte, Materialität und Atmosphäre des Ortes unmittelbar einbezieht. Der ehemalige Keller- und Schutzraum erscheint dabei nicht als neutraler Ausstellungsort, sondern als Erfahrungsraum zwischen Erinnerung, Bedrohung, Dunkelheit und Wahrnehmung.

Im Zentrum der Arbeit steht die Form des Kreuzes. Sie erscheint als christliches oder griechisches Kreuz, als Andreaskreuz, als Koordinatensystem, Warnzeichen und in ihrer historisch hoch belasteten Form auch als Hakenkreuz. Bracke versteht das Kreuz als grundlegende Struktur menschlicher Orientierung. Es ordnet Raum, markiert Richtungen, setzt Grenzen und bündelt Bedeutung. Gerade deshalb konnte es immer wieder ideologisch besetzt und missbraucht werden. Licht:Kreuzungen macht diese Spannung sichtbar: zwischen Orientierung und Gewalt, Schutz und Bedrohung, Grenze und Erinnerung.

Der Parcours beginnt mit der Frage nach dem Medium Licht selbst. Begriffe wie „Welle“ und „Teilchen“ werden kreuzweise in den Raum projiziert, bleiben jedoch zunächst unsichtbar. Erst wenn eine Oberfläche, Materie oder ein Körper in den Lichtstrahl tritt, werden sie lesbar. So zeigt sich, dass Licht nicht einfach als fertiges Objekt vorhanden ist, sondern sich erst in Beziehung offenbart. Es erscheint hier nicht als Effekt, sondern als Ursprung von Wahrnehmung und Bedeutung.

Die zweite Station führt in die historische Tiefenschicht des Ortes. Hier greift Bracke das Kreuzmotiv in seiner belastetsten Form auf. Ein Objekt, das formal an die Ikonographie des nationalsozialistischen Hakenkreuzes erinnert, erscheint in gebrochener, transformierter und gleichsam „verarzteter“ Form. Es ist in einer Art Schrein oder Verbandskasten präsentiert, mit einem kleinen Pflasterkreuz versehen und von einer blauen Lichtfigur überlagert. Das Zeichen wird dabei nicht entschärft, sondern als verletztes und semantisch vergiftetes Symbol kenntlich gemacht. Bracke fragt hier, wie tief Symbole in Geschichte und Wahrnehmung eingreifen. Im Zentrum steht nicht ihre ursprüngliche Bedeutung, sondern die Gewalt ihrer Umdeutung und die Frage, wie Kunst mit einem solchen Zeichen umgehen kann, ohne es zu verharmlosen.

Eine weitere Station bildet ein großformatiges Feuerbild. Feuer erscheint hier als ambivalente Urfigur des Lichts: als Wärme und Ursprung, zugleich aber als Zerstörung, Brand und Krieg. Im Zusammenhang des Felsenkellers verweist diese Station auf die Erfahrung des Schutzraums unter einer Welt von Bombardierung und Vernichtung.

Das Zentrum liegt im tiefen Tunnelraum des Kellers. Dort entwickelt Bracke eine langsam rotierende Lichtzeichnung aus Linien, Punkten, Kreuzachsen, Spiralformen und Codes. Die Projektion reagiert auf Feuchtigkeit, Kanten und Textur des Sandsteins. So entsteht ein begehbarer grafischer Raum, in dem das Kreuz als Schnittpunkt, Ordnungssystem und minimale Struktur erfahrbar wird.

Den Abschluss bildet ein leuchtendes Andreaskreuz am vermauerten ehemaligen Ausgang des Bunkers. Es markiert Grenze, Warnung, Sperre und Nicht-Durchgang. Damit verdichtet sich der zentrale Gedanke der Arbeit: Der Schutzraum ist nicht nur Ort der Rettung, sondern auch Ort des Einschlusses.

So verbindet Licht:Kreuzungen Licht, Geschichte, Symbolik und körperliche Erfahrung zu einem dichten Raum, in dem sich Erinnerung, Orientierung, Gewalt und Grenze kreuzen.


artist statement
„Mich interessiert Licht nicht als dekorativer Effekt, sondern als ein Medium, das Wahrnehmung, Raum und Bedeutung erst hervorbringt. Licht ist für mich Zeichnung, Struktur und ein Zeichen gebendes Medium. In meinen Arbeiten übersetze ich historische Orte, architektonische Situationen und unsichtbare Gedankensysteme in begehbare Bild- und Klangräume. Dabei geht es um Übergänge zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Erinnerung und Gegenwart, Ordnung und Offenheit. Im Felsenkeller wird der ehemalige Schutzraum zu einem Quanten-Erfahrungsraum, in dem sich Geschichte, Wahrnehmung und Möglichkeit überlagern. Der Ausstellungsort ist dabei nicht Hintergrund, sondern aktiver Teil der Arbeit.“
 

Vita
Geb. 1972, arbeitet als intermedialer Künstler, Szenograf, Lichtdesigner, Kurator und Dozent. Seit über 25 Jahren entwickelt er ortsspezifische Installationen und performative Formate im Spannungsfeld von Licht, Raum, Klang und Architektur. Seine Arbeiten entstehen häufig in Auseinandersetzung mit historischen Orten, deren räumliche, soziale und zeitliche Schichten er in immersive Bild- und Klangräume übersetzt.
Als Initiator und künstlerischer Leiter der Reihe wolkenhain.aktionen (seit 2001) realisiert er vernetzte Ausstellungs- und Performanceformate im öffentlichen Raum. Dabei verbindet er künstlerische Positionen unterschiedlicher Disziplinen und schafft kuratierte und inszenierte Gesamträume, die sich als begehbare Kompositionen verstehen – zwischen Installation, Performance und szenografisch medialen Parcours.
Seine Arbeiten wurden international bei Festivals wie Smart Light / Vivid Sydney, I-Light Singapore, GLOW Eindhoven und Luminale Frankfurt gezeigt. Neben freien Kunstprojekten entwickelt er Licht- und Raumkonzepte für Theater (u.a. Bayerische Staatsoper), Architektur und urbane Kontexte. Inhaltlich kreist seine Praxis um Fragen von Wahrnehmung, Transformation und Zeichen und Symbol Systemen – zunehmend auch im Dialog mit wissenschaftlichen Modellen, etwa der Quantenphysik.

www.ingobracke.de
Instagram: @ingobracke_wolkenhain.aktionen / @lichtraumkunst


/// Marion Cziba


Marion Cziba

Twist #4

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— 2026, ca 85x51x85 cm, Wäschetrockner, Elektrolumineszenz-Schnur
Foto: Thomas Brenner


Für ihre Arbeit TWIST #4 verwendet Marion Cziba weiß leuchtende Elektrolumineszenz-Schnur. Sie ist ein Medium, mit dem die Künstlerin immateriell wirkende Zeichnungen in einer raumgreifenden Dreidimensionalität zu schaffen vermag. Das verwendete Material enthält ein in ein Bindemittel eingebettetes Leuchtpigment, das durch Anlegen einer elektrischen Spannung zu Leuchten beginnt. Das Licht strahlt nach allen Seiten gleichförmig ab. Es wirkt unwirklich, geheimnisvoll und scheint auf eine Art zu Glimmen. 

Mit dem Ready-made des Wäscheständers, dessen Leine mit einer EL-Schnur oder Leuchtschnur ersetzt ist, wird ein alltäglicher Gegenstand in einen neuen Deutungszusammenhang gebracht. Der Wäscheständer spannt linienhaft eine Zeichenfläche im Raum auf. Mit der ihm innewohnenden Handlungsaufforderung vermögen die Betrachtenden vor ihrem geistigen Auge zwei Objektzustände zu erzeugen: (auf)gespannt = aktiv und entspannt = passiv. Die Immaterialität der leuchtenden Linien scheinen ein Aufhängen der Wäsche auf der Leine zu verunmöglichen. Zusätzlich verhindert die hohe Luftfeuchtigkeit im Felsenkeller die eigentliche Funktion des Gegenstandes, nämlich das Trocknen der Wäsche. Twist #4 führt die Funktion des Gegenstandes ad absurdum und thematisiert zugleich die widrigen Lebensumstände der vor Luftangriffen schutzsuchenden Menschen im Felsenkeller.

Artist statement
„Mich interessiert die Linie und die Entfaltung ihrer Dreidimensionalität im Raum. Ich gehe dabei von einem erweiterten Begriff der Zeichnung aus; eingesetzte Medien, Materialien und Prozesse variieren. Häufig arbeite ich mit handelsüblichen vorgefertigten Produkten, sogenannten Ready-mades oder mit Objets trouvé entgegen ihrer eigentlichen Funktion und Anwendung: Wiederholung, Zufall oder Bewegung sind wesentliche Aspekte. Meine dreidimensionalen Kunstwerke und Installationen beziehen sich häufig auf den Raum oder die Umgebung, in der die Arbeit verortet ist. Inhaltlich und formal thematisiere und spiele ich meistens mehrere Bedeutungsebenen.“

Vita
Geb. 1973 am Rhein, nahm Marion Cziba 2012 ihr Studium der Freien Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar bei Prof. Daniel Hausig, Prof. Katharina Hinsberg und Prof. Georg Winter auf und schloss ihr Meisterstudium 2020 ab. 
Sie ist Preisträgerin des Peter und Luise Hager-Preises (1. Platz), wurde ausgezeichnet mit Residenzstipendien auf Schloss Wiepersdorf und Artmix10 des Kultusministeriums Luxemburg und der Landeshauptstadt Saarbrücken, mit dem Deutschland-Stipendium und der Stiftung Kunstfonds im Rahmen Neustart Kultur. Beteiligt an zahlreichen Ausstellungen, wie etwa „Kunst trotz(t) Corona“ im Landtag des Saarlandes, dem „International Light Art Award“ im Zentrum für Lichtkunst Unna und der Landeskunstausstellung „Saarart11“, hatte sie außerdem Einzelausstellungen in Kunstvereinen wie etwa im Saarländischen Künstlerhaus und in der Galerie Junge Kunst Trier. Zwei Jahre kuratierte sie die „Kunstkapelle im Cusanushaus“, arbeitete drei Jahre in der Hochschulgalerie unter Leitung von Prof. Matthias Winzen und hatte einen Lehrauftrag an der HBKsaar. Marion Cziba ist Vorständin des Saarländischen Künstlerbundes, der ältesten Künstler*innenvereinigung im Saarland. Sie lebt und arbeitet in Saarbrücken.

https://institut-aktuelle-kunst.de/kuenstlerlexikon/cziba-marion

https://pixxelcult.com/person-detail/cziba.html

https://atelier-hausig.hbksaar.de/personen/marion-cziba

 


/// Mike Day

 

Mike Day

WastED: Light (Licht:verbraucht)

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— 2026, Installation (Mixed Media, Licht, Objekte)  zweiteilig ca. 150x150x70cm und 80x80x60cm
Foto: Thomas Brenner

Die Installation WastED:Light / Licht:verbraucht untersucht den Wandel von Lichttechnologien sowie den Umgang mit Energie und künstlichem Licht. In einer zweiteiligen Arbeit wird Licht sowohl als Überfluss als auch als fragile Erscheinung erfahrbar.
Im Eingangsbereich entsteht aus blinkenden, farbintensiven Lichtquellen in Müllsäcken ein visuell übersteigertes Objekt. Effiziente LED-Technologie wird hier zum Symbol eines neuen Exzesses – Licht als permanentes, über präsentes Phänomen.
Im Kellerraum bildet eine Ansammlung ausgedienter Leuchtmittel einen leise glimmenden Körper. Das Licht erscheint reduziert, fast poetisch – als Erinnerung an frühere Formen der Lichterzeugung und an den ursprünglichen Charakter von Licht als kostbare Ressource.
Die Arbeit bewegt sich zwischen Überreizung und Zurücknahme und thematisiert Licht als kulturelles, technisches und ökologisches Phänomen.

artist statement
„Licht war immer ein Mittel, um Raum zu definieren, Atmosphäre zu erzeugen und menschliches Verhalten zu beeinflussen.
Heute ist künstliches Licht allgegenwärtig geworden – effizient, verfügbar und oft unreflektiert eingesetzt.
Mit der Entwicklung der LED-Technologie ist Licht deutlich energieeffizienter geworden. Doch das, was wir einsparen, wird häufig durch einen inflationären Einsatz wieder aufgehoben: mehr Licht, mehr Farbe, mehr Alles. Es entsteht ein visueller Overkill, der unsere Wahrnehmung überlagert und ästhetische Qualitäten verdrängt. Licht wird zum visuellen Müll?
Licht ist ein hochtechnisches Medium, das immer an Systeme der Erzeugung gebunden ist – an Energie, Material und Technologie. Meine Arbeit untersucht diesen Zusammenhang und den Wandel von Licht als kostbarer Ressource hin zu einem allgegenwärtigen, oft unbewusst konsumierten Phänomen.“


Vita
Geb. in Australien

Studium Architektur und Lichtdesign, University of Sydney

Über 50 Jahre internationale Tätigkeit in Architektur, Innenarchitektur und Lichtdesign
Über 200 Projekte in 11 Ländern

Arbeiten in Ausstellungen, Events, Theater- und Opernproduktionen in Europa, Afrika, Südostasien und Australien

Tätigkeit im Film als Autor, Regisseur sowie Bühnen- und Lichtdesigner

2000 — 2023 Senior Lecturer, University of Technology Sydney (UTS)
Lehrtätigkeit in Lichtdesign, Innenarchitektur, Ergonomie und Bühnenbild

Mitglied des Gründungsteams des Vivid Sydney Festivals
Organisation der Vivid Smart Light Symposien

Creative Director des interdisziplinären Kollektivs tranSTURM

Zusammenarbeit als Kurator mit Ingo Bracke: Wagnerlicht (2013), Luther/Bach (2015)


/// Frauke Eckhardt


Frauke Eckhardt

SUB

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— 2026, 2 x 2 x 2 m, 5 Stück, Foto: Thomas Brenner

Die kinetische Klanginstallation SUB bespielt den ersten Gang des vielverzweigten Gewölbekellers und greift seinen Aspekt als ehemaligen Luftschutzbunker auf.
An 5 Positionen hängen kreisende und aus ihrem Inneren leuchtende Kissen von der Decke. Sie schweben wie Suchscheinwerfer leicht über dem Boden und nötigen die Besucher zu besonderem Timing und Sorgfalt bei ihrer Passage durch den Gewölbegang. Aus dem Inneren der Kissen erklingt eine 5-Spur-Komposition. Soundscape-Aufnahmen alltäglicher Gemütlichkeit verweben sich mit untergründigen Klangwelten zu einem changierenden akustischen Netz. Ihre kreisenden Bewegungen erzeugen ein leichtes An- und Abschwellen der einzelnen Klangspuren. Alarmierende Unruhe stiftend setzen sie die eigene Standortbestimmung und Deutung der Szene in Bewegung.

 

Vita
Geb. 1968 in Frankfurt a. M.
1993 2001: Studium der Bildhauerei, AdBK Nürnberg / Audiovisuelle Kunst, HBKsaar, Diplom, Meisterschülerin

Ausstellungen (Auswahl)
2025: Klima XL, 40 Jahre Saarländisches Künstlerhaus, a vendre, Kunst trifft Brutalismus, Eschringen
2025: Stipendiat:innen, Schloss Wiepersdorf
2024: Realisation Sinti und Roma Mahnmal „NACHHALL“, Saarbrücken
Schall-Wall, Ortsgespräche, Staatliche Kunstsammlung Dresden
Schleifen, 30 Jahre Stipendien Künstlergut Prösitz
2023: SaarArt 2023, Moderne Galerie, Saarbrücken
PULS, Schloss Wermsdorf    
Jamborée, Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken
2022: Kemnade klingt!, Kunstverein Bochum e.V., Haus Kemnade
2021: soundseeing, internationales Klangkunstfestival, Textilmuseum Bocholt (EA)
soundmapping 144, strobreden,
blurred-edges Festival, Hamburg (EA)
local transformation, Klangkunst in Industriekultur, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Hochheim (EA)
2020: time patterns, Künstlerhaus Göttingen (EA)
DurchDringen, Kunstverein Rhein-Sieg-Kreis, Pumpwerk, Siegburg (Förderung musikfonds, Berlin) (EA)

Lehraufträge, Dozenturen
2009 2011: Lehrauftrag an der HBKsaar, Saarbrücken
2021 2022: Dozentur Klangkunst, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz| FB Musik
2020 2022: Gastprofessur Sound II, Kunsthochschule für Medien Köln | KHM | FG exMedia

Preise
2003: 1. Preis Kunst am Bau, Sinti und Roma-Mahnmal, Echelmeyerpark, Saarbrücken
2017: 1. Preis TheRhinePrize, TheRhineArt e.V., Bonn
2006: 1. Preis 9. Bautzener Herbstsalon, Bautzen
 

https://fraukeeckhardt.de

 


/// Renate Gross


Renate Gross

Ohne Titel

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— 2023, 7x7x4cm, Foto: Birgit Weindl

Ein glasklarer kleiner Acrylblock, auf der Rückseite einige leicht bogenförmige oder gerade, auch kreuzweise Einschnitte, die sich dicht gedrängt auch über-schneiden, hintereinander und übereinander. 
Die Einschnitte sind eigentlich Verletzungen des klaren Materials; der räumliche Eindruck entsteht durch die Tiefe der Verletzungen. Horizontal und vertikal - so sind wir verortet. Zwischen Himmel und Erde; zwischen Mitmenschen. Manchmal gebeugt, gebogen, gedrängt. Schaut man genau hin, sieht man, dass zwei der Linien, die sich da drängen, ein Kreuz bilden. Fragil, aber die Richtung präzise anzeigend. Ein Christensymbol. Viele der Menschen, die hier in den Bunker flohen, setzten ihre Hoffnung auf das Kreuz; auf Jesus. Er war ihr Licht im Dunkel.

artist statement
„Ich forsche. Entwickle ein Medium; das des Körperabdrucks; für mich: ein neuer Kontinent der Malerei. Mensch ist mir Thema; dazwischen büxe ich immer wieder aus - spielerisch, frei nach Friedrich Schiller: dass der Mensch nur dort Mensch ist, wo er spielt. Körperabdruck, Zeichnung, Konzeptkunst.“

Vita
Geb. 1956 in Ludwigsburg
Freie Kunstschule Stuttgart
1993: Europäischer „Kreuzweg der Jugend“ 
1997: Anerkennungspreis: „Kunst am Bau„, AZ Gärtringen
2004: Foyer und Glasfenster EmK Ensingen
2006: Preis für Malerei, Strassengalerie Herrenberg 
2007: Ausstellung städt. Galerie Sindelfingen „ein neuer Kontinent“
2007: Zofingen- „Passionszyklus“ in 3 Kirchen
2015: Stuttgart, Karl-Olga KH
2018: „Seelenlichter“, jüdisches Museum Fürth bei „Fürther Glanzlichter“

Dozentin: Freie Kunstakademie Gerlingen


www.renategross.de
instagram: agnathe caross

 


/// Katharina Hamp und Dirk Dullmaier


Katharina Hamp und Dirk Dullmaier

Elixier

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— 2026, ca. 3 Teile à 60 x 40 x 30 cm, Foto: Thomas Brenner

Die Besucher*in sieht rot leuchtende Einmachgläser mit Lebensmitteln, die auf verschiedene Weisen haltbar gemacht wurden (Milchsäure-Fermentation, Essig, Öl, etc.). Es gibt mehrere Stationen mit diesen Gläsern, die auf eine Ecke des Raumes hinweisen. Am Ende des Raumes befindet sich ein Regal mit weiteren schwach beleuchteten Gläsern, einige davon etwas größer und „im Prozess“. Bei der Annäherung an das Regal wird mithilfe eines Näherungssensors die akustische Verstärkung aktiviert. Die Klänge des Fermentationsprozesses werden durch speziell entwickelte Unterwasserlautsprecher in einigen der Gläser hörbar und somit erfahrbar gemacht.

Die Arbeit ist nach der alchemistischen Vorstellung eines Elixiers benannt, eines Allheilmittels. Hier wird metaphorisch die uralte Kulturtechnik der Haltbarmachung als Ideenraum für das mythologische Potential einer solchen Suche nach dem Überleben durch haltbare Lebensmittel, der Haltbarmachung als wissenschaftlich-magischem Prozess und der Idee der Heilung, der Verjüngung in der Kosmetik und der alchemistischen Gestaltung von Materie durch den Geist geöffnet. Die Arbeit bezieht sich somit auch auf ähnliche Techniken, für die dieser Keller einst gedient haben mag, wie die Lagerung und Haltbarmachung und das Gefühl einer Zeitlosigkeit/Ewigkeit durch die Trennung von der Oberfläche.

artist statement
In unserer künstlerischen Arbeit interessiert uns die Erfahrung des Alltäglichen im mythologischen Kontext, um die Rolle des Menschen in der Welt zur Diskussion zu stellen und neue Verbindungen zwischen Kultur, Natur und Technologie zu ermöglichen. Wir erschaffen ortsspezifische, interaktive Rauminstallationen, die mit Licht, Klang und organischen Materialien dieses Spannungsverhältnis ausloten. 


Vita
Dirk Dullmaier

Geb. 1986 in Seeheim-Jugenheim

Sound and Music Production, Hochschule Darmstadt

Ausstellungen (Auswahl): 
2025: Klik Klak Kloppnabunz, Casino Luxemburg, Luxemburg
2024: Schwemmland, Künstler*innenhaus Frise, Hamburg
2024: Akte Pfalz, Kunstverein Bad Dürkheim
Gastdozent für Spatial Audio, Raumklangsysteme


Vita
Katharina Hamp

Geb. 1996 in Kaiserslautern

2015: Studium Freie Kunst, Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken (HBKsaar) bei
Prof. Eric Lanz, Prof. Daniel Hausig, Prof. Gabriele Langendorf
2023 — dato: International Media Cultural Work (MA), Hochschule Darmstadt (h_da)

2017: PROMOS-Stipendium
2023: Atelierstipendium Stadtmuseum Kaiserslautern
2024: Residency Copper Leg (Estland) Individual mobility grant / Creatives Moves Europe –
Goetheinstitut
2024: Nachwuchspreis Lichter Filmfest, Filmhaus Frankfurt
2023: Preis für künstlerische Originalität, Creajeune 15, Travelling Großregion, Luxemburg
2023: Fundstücke-Preis, 31. Blicke Filmfestival des Ruhrgebiets, Bochum

Ausstellungen (Auswahl):
2025: Klik Klak Klopplabunz, Casino Luxemburg, Luxemburg
2024: Schwemmland, Künstler*innenhaus Frise, Hamburg
2024: next_generation X, ZKM, Karlsruhe
2021: Switch II, Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna


https://www.instagram.com/ddllmr_/
https://www.instagram.com/kathyhamp/


/// Isabelle Kirsch


Isabelle Kirsch

Fundgrube

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— 2026, Quader je ca. 30 x 30 x 30 cm mit Leuchtkörper, Beton, Leinöl, Harz, 
Foto: Thomas Brenner

In der Installation Fundgrube versammelt Isabelle Kirsch mehrere Quader, von denen einige von innen heraus leuchten, während andere dunkel bleiben. Im historischen Kellergewölbe bilden sie ein Ensemble ruhender Volumen, deren Präsenz an ein Archiv aus Gegenständen und Erinnerungen denken lässt. Die Quader bestehen aus Biokunststoffen sowie Verbundmaterialien wie Harz und Beton. In die Oberflächen der selbstleuchtenden Elemente sind Pflanzenblätter eingelassen, die im Gegenlicht sichtbar werden. Ihre Silhouetten wirken wie konservierte Spuren organischen Lebens.
Die Form der Quader entsteht aus gesammelten Alltagsgegenständen – etwa Schmuck, Flaschen, Schuhen oder Spielzeug –, die zu kompakten Körpern verdichtet und in Material gefasst wurden. So werden Dinge, die einst Teil individueller Lebenszusammenhänge waren, zu verdichteten Zeitzeugen und erscheinen als sedimentierte Spuren von Gebrauch, Besitz und Verlust.
Der ehemalige Brau- und Eiskeller, der später auch als Luftschutzbunker während des Zweiten Weltkriegs genutzt wurde, ist selbst ein Ort der Speicherung und Überlagerung von Zeit. Die in den Raum eingebrachten Quader greifen diesen Aspekt auf. Als ordnende Form bündeln sie Fragmente und überführen sie in ein stilles, räumliches Archiv. So wird Alltägliches – verdichtet im Material – als gespeicherte Zeit erfahrbar.

artist statement
„Ich entwickele mit Licht und Ton immersive Installationen aus der Dunkelheit heraus. In ortsspezifischen Projekten und großflächigen Projektionen forme ich einen Raum im Raum zur Wahrnehmung. Ich verarbeite Fundstücke aus natürlichen und urbanen Umgebungen. Diese fotografischen und videografischen Bilder gehen in programmierte Lichtkompositionen aus digitalen LEDs, Bewegungen von Motoren und animierten Bildfolgen über.“

Vita 
Geb. 1992 in Mannheim
2019 — 2023 Meisterstudium bei Prof. Daniel Hausig, HBKsaar
2017 — 2019 Master Mediaart and Design, HBKsaar
2012 — 2015 Bachelor of Arts, Digitale Medien, DHBW Mannheim

Ausstellungen (Auswahl):
2025: F-Raum, USUS Garelly Haus, Saarbrücken
2025: milieu_speziell, KuBa – Kulturzentrum am EuroBahnhof e.V, Saarbrücken
2025: Lichtrouten, Lüdenscheid
2025: Nächtliche Wandlung, Kunstverein Kunstraum Westpfalz, Kaiserslautern
2022: ZUR MITTE HIN, Stiftskirche Landau
2021: SWITCH II, Zentrum für internationale Lichtkunst, Unna

2024 — 2025 Atelier-Stipendium, KuBa – Kulturzentrum am EuroBahnhof e.V,

https://art.isabellekirsch.de/


/// Nane Neu


Nane Neu

Lux Keri

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— 2025, ca. 3 x 3 m, Foto: Thomas Brenner

Beim ersten Blick auf die Röhren von Lux Keri findet man sich in einem heimeligen Szenario einer Feuersimulation wieder. Jede Röhre kann als eine schwebende Kerze wahrgenommen werden. Nach einer Weile ändert sich das Bild jedoch: Es scheint, als würde Wasser von oben in die Röhren fließen und das Feuer auslöschen. Nun ist es an der Zeit für die Zuschauer, aktiv zu werden. Sie können das Feuer beschützen, indem sie die vom Wasser gefährdete Röhre aktivieren, bevor das Feuer vollständig ausgelöscht wurde. Die Aktivierung ist ganz einfach: Man wischt mit der Hand unter der Röhre hindurch. Das Wasser wird verjagt und sucht sich das nächste Opfer. Wenn eine Röhre nicht gerettet werden kann, so füllt sie sich komplett mit Wasser. Sind alle Röhren gefüllt, hat das Wasser gewonnen und nistet sich als neues blaues Feuer in den Röhren ein. Das Spiel startet mit neuen Farben von vorn.

Lux Keri ist eine interaktive Lichtröhreninstallation. Sie besteht aus recycelten weißen HT-Rohren, in deren Mitte LED-Stripes angebracht sind. Am unteren Ende jeder Röhre befindet sich ein Ultraschallsensor, der die Interaktivität ermöglicht. Diese wird über einen programmierten Mikrocontroller gesteuert. Die Idee dabei ist, die Besucher zum Mitspielen zu animieren und sie in ein Szenario einzubinden, in dem Wasser von oben droht, das heimelige Feuer auszulöschen. Wenn niemand mitspielt, spielt die Installation automatisch. Das Wasser gewinnt und wird selbst zum blauen Feuer, das wiederum von einer grünen Kraft übernommen wird. So geht es in drei verschiedenen Farb-Iterationen weiter. Die Grundidee der Installation passt wunderbar zu dem Felsenkeller, in dem es nie wirklich trocken ist und in dem immer die Gefahr besteht, dass ein Funke oder ein Feuer durch herabtropfendes Wasser gelöscht wird.

artist statement
„Hauptsache, es ist bunt und leuchtet! Ach! Und interaktiv soll es sein. Die Besucher sollen Spaß an meiner Installation haben! Das ist mein Credo in der Kunstwelt. Ich liebe es, mit meinen Installationen den Spieltrieb der Menschen zu wecken. Licht hat mich schon immer fasziniert, sei es in Fotografien oder in der Natur. Ich könnte stundenlang vor einer schönen Lichtinstallation sitzen oder den Reflexionen verschiedener Materialien zuschauen. So hat es mich ganz klar zur Lichtklasse gezogen, in der ich meine eigene Art und Weise entwickelt habe, mit Licht als künstlerischem Material umzugehen.“


Vita
Geb. 1990 in Balingen

Media Art & Design, HBKsaar
M.A. Media Art & Design (2025)

Mathematik, UdS
M.Sc. Angewandte Mathematik (2018)

Ausstellungen (Auswahl)
2021: Switch 2, Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna
2025: Next, Now, Then; Dutch Design Week Eindhoven 



https://lightart.naneneu.de
Instagram: naneneu_lightart und nougatgraphics
Vimeo: https://vimeo.com/user120794141 

 


/// Judith Röder


Judith Röder

Zwischen Schatten, Licht

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— 2026, ca. 2,5 x 3 x 3 m, gravierte Glasscheiben, Drahtseile, Steine, LED-Lichtspots, Schattenprojektion
Foto: Thomas Brenner

Die Installation aus gravierten Glasscheiben erzeugt ein sich überlagerndes Geflecht aus Schattenformen an der Felswand: Silhouetten, Konturen von Ästen, Zweigen und Blattwerk verdichten sich zu schwebenden Laubdächern. Zwischentöne eröffnen den Raum, erwecken eine stille Neugier.
Die Glasscheiben sind mit Zeichnungen versehen, die in die Oberfläche eingraviert wurden. Darauf ausgerichtete Lichtspots projizieren ein flüchtiges Schattenbild aus Überlagerungen und Abstufungen. Dessen Größe und Schärfe vom Abstand der Glasobjekte zur Wand sowie zu den Lichtquellen abhängt.
Die fragile Installation aus transparentem Glas, Licht und Schattenprojektion greift die architektonische Struktur des Felsenkellers auf und lädt ein, diese aus verschiedenen Standpunkten und Perspektiven zu erkunden. 

Der Aufbau der Installation ähnelt einer Skizze von Platons Höhlengleichnis: die Welt der Formen, die jenseits der greifbaren Erscheinungen liegt.

Ausgangspunkt ist die künstlerische Auseinandersetzung mit Licht als Erkenntniswerkzeug sowie als Medium der Wahrnehmung und Bildgebung. Die Installation ist angelehnt an frühe Darstellungen der Felsmalerei. In ihrer Bildlichkeit ist sie den Schattenformationen, die durch natürlichen Lichteinfall in Höhlen hervorgerufen wurden, nachempfunden. Für die Bildgebung ist jedoch nicht nur das Schwarz des Schattens, sondern auch das Lichtspiel von Glas von Bedeutung, das durch Brechen, Reflektieren oder Absorbieren eines Lichtstrahls entsteht.

artist statement
„Der Regensturm, der durch die Birke weht. Unter der Wucht beugen sich die Äste und Blätter. Ich schaue dem Rauschen zu.
Diesen Moment umgibt etwas nicht Greifbares und meine Arbeit lässt sich als eine unablässige Suche nach solchen flüchtigen Augenblicken beschreiben. In meiner unmittelbaren Umgebung spüre ich Beobachtungen nach. Alltägliche Phänomene, wie sich ändernde Lichtverhältnisse, die an- und abschwellende Dynamik von Bewegformen, greife ich auf in Glas-, Licht- und Filmarbeiten, die in ihrer Materialität ebenso einen Wandlungs- und Zeitprozess tragen.
Meine Aufmerksamkeit gilt nicht dem Schaffen neuer Qualitäten, sondern vielmehr das Vorhandene aufzudecken. Freizulegen, was sich oft sinnlich und intellektuell entzieht im permanenten Fluss der Wahrnehmung.“

Vita
Geb. 1981 in Daun/ Vulkaneifel

2006 — 2010: Studium Freie Kunst/ Glas am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz (IKKG), Diplom Freie Kunst/ Glas
2016 — 2020: Postgraduales Studium Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), Diplom II Mediale Künste
2002 — 2005: Lehre zur Kunstglaserin, Bayerische Hofglasmalerei Gustav van Treeck, München, Gesellenbrief Glaserhandwerk/ Kunstverglasung

Ausstellungen (Auswahl) 
2025: Zwischen Wäldern, Licht - Kunstverein Junge Kunst Trier
2024: Wolken, Worte, Wiederkehr, Festungskirche Ehrenbreitstein Koblenz
2022: Kansei, Kunstraum Westpfalz, Kaiserslautern
2021: A rock formation, a stream, a wood, a cloud, Temporary Gallery Köln
2019: lost and found, Zwölf-Apostel-Kirche Frankenthal 
2018: EVI Lichtungen - International Light Art Biennale, Hildesheim
2015: Subtleties, BWA SiC gallery, Wroclaw/PL
2013: Projektionen, Kunst-Station Sankt Peter Köln

Lehraufträge, Dozenturen: 
Seit 2014: Lehrbeauftragte am Institut für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG) der Hochschule Koblenz

Preise:
2022: Coburger Glaspreis, 3. Preis
2020: 12. Zonta-Mainz Kunstpreis
2012: Kunstpreis der Initiative Kirche und Kultur Wiesbaden
2011: Media in space award, Stuttgarter Filmwinter 
2010: Ramboux-Preis der Stadt Trier


www.judithroeder.de

 

 


/// Klaudia Stoll


Klaudia Stoll

One of 1000 Stories 
Aus dem fortlaufenden Werkkomplex #ichfindemichheutesofremdindieserwelt

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— 2026, iPad 11 Zoll mit wasserdichten Hülle, Video von 2023
— 15 Videostill-Drucke auf Alu-Dibond Butlerfinish 2026, Motivmaße: 10 x 17,8 cm, One of 1000 stories
— Foto: Thomas Brenner


Die Videoarbeit bezieht sich auf den besonderen Ort mit der Thematik des Wassers als Element der Transformation und Vergänglichkeit. Die visuellen und akustischen Wassertropfen im Video gehen in Resonanz mit den realen Wassertropfen des Felsenkellers.

artist statement
Meine Zeichnungen sind eine direkte Untersuchung des Unterbewussten, des Physischen und des Traumhaften. Meine Arbeit ist schnell und seriell. Diese einfache Tätigkeit, die ich jeden Tag zelebriere, versetzt mich in einen meditativen Zustand, in dem ich meinen Gedanken freien Lauf lasse.
„Unvollkommen” zeichne ich meine Tagträume über meine Existenz in dieser Welt, die sich wie poetische Zeichen auf Papier und Touchscreens manifestieren.
Formal ein Konzept, ähnlich einem Tagebuch. Mit meinem Werkzeug, dem Smartphone, dass mich überall hinbegleitet, nehme ich Videos auf, animiere und zeichne mit meinen Fingern auf dem Touchscreen und sende die Stories unmittelbar in die Welt. Ich kreise immer wieder um die Themen Vergänglichkeit, Transzendenz, Mensch und Natur.

Vita 
Geb.1968 in Rastatt
lebt und arbeitet in Gernsbach, Saarbrücken und Berlin

1993 — 99: Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Saar,
Klasse Neue Künstlerische Medien Prof. Ulrike Rosenbach, Meisterschülerin
2001 — 13: Lehraufträge mit Stoll&Wachall für Performance an der HBKsaar
2010: Lehrauftrag mit Stoll&Wachall für Bühnenperformance an der Musikhochschule Saar
Luxemburger Pavillon mit Stoll&Wachall, EXPO Shanghai
2011: Gewinner des Realisierungswettbewerbs "operare 11" der Zeitgenössischen Oper Berlin
2022: Stipendium des Deutschen Künstlerbundes, Neustart Kultur, Modul D: Digitale Vermittlungsformate

Ausstellungen (Auswahl)
2025: „Ich finde mich heute so fremd in dieser Welt“ Zehntscheuer, Gernsbach
Gruppenausstellungen:
2026: Klaudia Stoll & Wolfgang Rempfer, Projektraum Rochade, Karlsruhe
2025: arbeitundkultursaarland, Stolpersteine-Tour Saarbrücken, App „Orte der Erinnerung“
2024: „Lines Fiction & Anonymous Drawings“, Kunstraum Kreuzberg / Bethanien Berlin
2023: „Au rendez-vous des amis“ SaarArt2023, Städtische Galerie Neunkirchen
DAS WETTER VON MORGEN, Zwitschermaschine, Berlin
2020: „da sein“ Saarländische Galerie, Europäisches Kulturforum, Berlin
„Covid Diaries“, Lovaas, München
2015: GENDER HEART, Varbergs Konsthall, Varberg, Schweden
2013: CASINO, Galerie Axel Obiger, Berlin
FLIGHTS OF LOVE, Gallery Molly Krom, New York, USA


https://www.klaudiastoll.com/


/// Natalie Veken


Natalie Veken

L`Affumicatoio

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— Mundgeblasenes Glas, 2025, zweiteilig, je ca. 61 x 23 x 17 cm, Foto: Thomas Brenner

In dieser Arbeit geht es um eine schlafende Energie, die die Dunkelheit eines verlassenen Ortes zum Leuchten und Leben bringen kann. Sie ist wie eine Schmetterlingspuppe, die Transformation und versteckte Schönheit in sich trägt. Durch die Transluzens des Glases erwacht „L'Affumicatoio” mit dem Licht zum Leben und verbreitet eine glühende, erfrischende Mystik im Raum. Es handelt sich um zwei mintfarbene Glaskörper mit spitzförmigen Enden, die etwas verschrumpelt von der Decke hängen und strahlen.

Ein traditioneller toskanischer Tabakraucherturm, der in Vergessenheit geraten war, diente als Inspiration für L´Affumicatoio. Die Dunkelheit und das Verlassensein haben mich inspiriert, neues, leuchtendes Leben hineinzubringen. Genau wie der Raucherturm hat der ehemalige Gewölbekeller eine ganz starke, mystische Atmosphäre. Man hat das Gefühl, einen Schritt in eine ganz andere Welt zu machen. Es ist stockdunkel, hier und dort tröpfelt es, und überall haben Menschen und die Natur ihre Spuren hinterlassen — Spuren, die zum Teil verwischt oder korrodiert sind. Wassertropfen haben Löcher in den Boden gebohrt, und die Korridore verzweigen sich wie ein Labyrinth. Es sind genau die richtigen Bedingungen, um die Arbeiten zu aktivieren und Leben in den Raum zu bringen. Es sind zwei Stücke, die sich mit dem Prozess der Verarbeitung und Lagerung von Pflanzen sowie mit der Erinnerung an Vergangenes auseinandersetzen. Diese Arbeit steht für Transformation, Veränderung und leuchtendes Leben.

Artist statement
„Die Freude, wenn Ideen realisiert werden, ist kaum zu beschreiben. Die Kreation von Werken, die eine so starke Ausstrahlung besitzen, dass sie ein authentisches Erlebnis für die Seele darstellen, verschafft mir das Gefühl, meinem Herzen zu folgen.“

Vita
Geb. 27.04.1998 in Anghiari, Italien

FSJ in der Denkmalschutzpflege, Bachelor für Freie Kunst und Glas, angehender Master für Freie Kunst und Glas am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz

Ausstellungen (Auswahl):
2024: Gruppenausstellung mit der GKVNRW, Glastech Düsseldorf
2024: Chi sono qui?, Gallerie Spazio, Sansepolcro, Italien
2024: 2. Glaspreis der Stadt Hadamar, Glasmuseum Schloss Hadamar
2023: Kompositum, Abschlussausstellung, Fort Konstantin, Koblenz
2023 und 2022 — 2023: Double Feature, Gruppenausstellungen, Europäisches Museum für Modernes Glas, Coburg
2022: Träum weiter, Keramikmuseum, Höhr-Grenzhausen
2021: Farbe Pur, Stoff Installation, Kunst am Bau, Kurfürstliches Schloss, Koblenz

 


/// Sibylle Wagner


Sibylle Wagner

Lichtblock, gelb

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— 2019, 16 x 10 x 7,5 cm, Foto: Thomas Brenner 

Seit etwa 1990 arbeite ich mit Lichterscheinungen und stelle selbst Lichtbrechungen im Plexiglas her. Die hier gezeigte Arbeit entstand über eine Kombination von licht sammelndem Plexiglas und transparentem Plexiglas, sodass „schwebende Lichtflächen“ entstehen, die durch einen zusätzlichen Spot farbige Schatten und neue Lichtphänomene ergeben.
Inhaltlich passt diese Arbeit in einen Keller sehr gut, da sie neue unerwartete Wahrnehmung provoziert.

artist statement
„Ich mache Kunst, weil das Tun, nach gedanklicher Vorarbeit, der Moment ist, wo ich auf den erhellenden Punkt komme, ich mich in der Balance von Raum und Zeit befinde, zwischen Selbstvergessenheit und absoluter Präsenz.
Warum mich Lichtphänomene interessieren liegt sicher auch genau darin: Licht ist ein Zeitphänomen und Lichtbrechung berührt die Frage des Lichts im Raum. Womöglich ist man selbst kurz Licht, wenn man Kunst macht (!)“

Vita
Geb. 1952 in Stuttgart

1980: Atelier für Malerei und Performances in Karlsruhe
Deutsch und Kunststudium in Reutlingen, Stuttgart, Karlsruhe
Gründung der “1. Karlsruher Produzentengalerie”
Gründungsmitglied der Ateliergemeinschaft Ettlingen, ab 1984 jährliche (dreimonatige) Arbeitsaufenthalte in Indien zusammen mit Lothar Quinte
Seit 1987: Atelier für Malerei und performance in Wintzenbach (Frankreich) 
Seit 2003: Ein weiteres Atelier in Berlin
2011: Erteilung eines Patents für selbstleuchtende Möbel ho-ki-ti (hocker -kiste -tisch)
Lehrtätigkeit, Teilnahme in Jurys, Kuration, workshops

Ausstellungen (Auswahl)
ZKM, Karlsruhe, Potsdam Museum, Kommunale Galerie Berlin, ato.vision, internationale Ausstellungen, diverse Kunstpreise (z.B. Hanna Nagel-Preis)


www.sibylle-wagner.com 
insta sibylle_wagner_


/// Sojeong You


Sojeong You

Angstsäule

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— 2026, 37,5 x 24,5 x 22 cm, Foto: Birgit Weindl

Beim Abstieg in die kühlen Tiefen des Felsenkellers bleibt die ‘Angstsäule’ zunächst im Verborgenen. Erst bei der Erkundung des dunklen Raumes stößt der Besucher auf fragmentierte Strukturen, die wie aus der Zeit gefallene Relikte wirken. Die Skulptur präsentiert sich nicht als massiver Backstein, sondern als ein fragiles Geflecht aus unzähligen keramischen Schichten. Im spärlichen Licht verschwimmen die Grenzen zwischen der rauen Wand des Kellers und die feine, matter und fragmentarisch wirkende Textur des Kunstwerks. Die Besucher erleben eine Spannung zwischen vertrauter Materie und einer unvollständigen, beklemmenden Form, die sich wie eine erstarrte Erinnerung im Raum aufragt. Es ist eine Begegnung mit dem Unfassbaren. Ein vertrautes Material, das sich in eine zerbrechliche, geisterhafte Präsenz aufgelöst hat.

Das Projekt ‘Angstsäule’ ist eine digitale Archäologie des Kaiserslauterer Felsenkellers. Der konzeptuelle Kern liegt in der Übersetzung verborgener Geschichte durch moderne Technologie: Mittels Photogrammetrie wurden die physischen Spuren des Ortes, vom Braukeller bis zum Luftschutzbunker, in digitale 3D-Daten transformiert. Dieser Prozess des Scannens symbolisiert das Wiederentdecken des 1928 verschütteten und später entrümpelten Ortes. Durch den keramischen 3D-Druck werden diese Daten wieder in eine physische, zerbrechliche Form überführt. Die Schichtung des Drucks korrespondiert mit der historischen Schichtung des Kellers und der Materialität des Backsteins. Die Arbeit hinterfragt, wie Technologie als Medium dienen kann, um die unsichtbare Angst und die kollektive Erinnerung dieses unentdeckten Ortes als materielle Präsenz im Raum zu manifestieren.

artist statement
„Ich mache Kunst, um das Unsichtbare tastbar zu machen und flüchtige Erinnerungen vor dem Vergessen zu bewahren, indem ich sie durch technologische Übersetzung in materielle Ewigkeit überführe.“

Vita 
Geb. 1996 in Pyeongtaek, Südkorea 
Seit 2025: Master of Fine Arts (MFA), Institut für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG), Hochschule Koblenz
2022 — 2025: Bachelor of Fine Arts (BFA), Institut für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG), Hochschule Koblenz
2016 — 2020: Bachelor of Fine Arts (BFA), Kyung Hee Universität, Südkorea

Ausstellungen (Auswahl)
2025: "Raum & Tat" (Gruppenausstellung), Neues Museum Nürnberg
2025 — 03.2026: Studentische Hilfskraft am MaRt-Lab (Digitales Labor), Höhr-Grenzhausen


 

 

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